Die Idee eines Netzwerkes

Bereits im August 2017 wurde ich von Matthias Korn vorgeschlagen, an dem sogenannten „Collegium Oldenbourg – Netzwerk Latein“ teilzunehmen. Ohne groß darüber nachzudenken, entschied ich mich für eine Teilnahme und meldete mich zu dieser Fachtagung in München an. Dieses allererste Treffen von insgesamt 28 Lateinlehrerinnen und Lateinlehrern aus 11 verschiedenen Bundesländern und Mitarbeitern des Cornelsenverlags war eine tolle und erfrischende Erfahrung für mich. Unter der Leitung von Michael Hotz, Peggy Klausnitzer und Fritz Lošek starteten wir in ein vielversprechendes und arbeitsintensives Wochenende. Die Idee war es, ein NETWORK aufzubauen. Also sich untereinander zu vernetzen (net) und gemeinsam zu arbeiten (work).

Gerade der Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen hat wunderbar funktioniert. Ideen, Vorschläge und Anregungen wurden ausgetauscht und diskutiert. Das Fachtagungsthema war die Erstellung von zwei Lernaufgaben sowohl in der Spracherwerbsphase als auch in der Lektürephase. Dabei gab es am Samstag jeweils drei Workshops, in denen aus Sicht von Wortschatz, Grammatik und Kultur Lernaufgaben erstellt werden sollten.

Der Freitagabend stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. Nach einer sehr kommunikativen Icebreakervorstellungsrunde wurden bereits Anregungen, Probleme und Ideen gesammelt und vorgestellt, sortiert nach den drei Workshopthemen. Anschließend genossen wir einen schönen Abend in einem typisch bayrischen Lokal in München. Hier wurden neue Kontakte geknüpft und sich auch über den Wandel des Faches Latein, besonders durch digitale Medien, ausgetauscht.

 

Was ist nun aber eine Lernaufgabe?

Ich gebe zu, dass ich mit dem Begriff zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts anfangen konnte. Allerdings gab es Kolleginnen und Kollegen, die diese Art des selbstständigen Lernens schon im Unterricht erprobt haben. Schlussendlich ist eine Lernaufgabe nämlich dazu da, die Selbstständigkeit der SuS im Sinn eines Wochenplans zu fördern. Aufgrund der Individualität der SuS ist dies eine gute Möglichkeit, jedes Kind im Unterricht bestmöglich zu fördern. Dabei stehen die drei Kernkompetenzen „Sprache“, „Text“ und „Kultur“ im Vordergrund. Für diese drei Bereiche werden also kleine Aufgaben erstellt, die je nach den individuellen Voraussetzungen der SuS bearbeitet werden können, um dann z. B. einen lateinischen Text übersetzen zu können. Dabei wird schon das hohe Differenzierungspotenzial von Lernaufgaben betont. Ebenso wird vor und nach der Lernaufgabe der Lernstand von den SuS auf Reflexionsbögen beurteilt. Letztendlich soll sich ein „Wollen“ beim den SuS entwickeln, sich mit lateinischen Texten auseinanderzusetzen.

20171126_170511

Inschriften aus Pompeji und Pliniusbriefe an Trajan

Am Samstag stand dann vor allem das Erstellen von zwei Lernaufgaben im Vordergrund – zum einen zu Bau- und Weihinschriften aus Pompeji für die Spracherwerbsphase und zum anderen zu den Briefen des Plinius an Trajan für die Lektürephase. Zunächst sichteten wir die vorgeschlagenen Inschriften und wählten geeignete aus. Anschließend versuchten wir nur aus der Sicht des Bereiches Wortschatz kleine Aufgaben zu erstellen, damit die SuS die Inschriften möglichst allein entziffern können. Dies fiel gar nicht so einfach, doch einige Anregungen und Vorschläge konnten wir zu Papier bringen. Im Anschluss daran ging es an die Erarbeitung von kleinen Teilaufgaben aus der sprachlichen und grammatischen Sicht zu den Pliniusbriefen an Trajan. Am Nachmittag dann wurden die Ergebnisse vorgestellt und die entstandenen Produkte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern digital zur Verfügung gestellt.

 

Digitale Medien im Lateinunterricht

Insgesamt war es eine gelungene erste Tagung, an der so viele engagierte Lateinlehrerinnen und Lateinlehrer teilnahmen. Die tolle, wertschätzende und offene Atmosphäre wurde neben der tollen Organisation von Alix Baizet (Cornelsen Verlag) besonders gelobt. Nun geht es mit jeder Menge motivierender Ideen und Anregungen in die unterrichtliche Arbeit zurück. Bis zum nächsten Jahr wünsche ich allen Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg, Motivation und Freude, den SuS von dieser tollen Sprache zu erzählen. Der Wandlungsbedarf im Fach Latein ist wohl am größten im Vergleich zu anderen Fächern, doch durch digitale Medien durchaus schaffbar. Also lassen wir uns darauf ein, machen Latein noch attraktiver und probieren einfach aus.

Bis nächstes Jahr mit dem Thema „Digitale Medien im Lateinunterricht“.

Advertisements